Bald geht es weiter…
Oder – mit Wilhelm Busch gesagt (Die Knopp Trilogie):
Knopp verlässt nun diesen Ort und begibt sich weiter fort.
Bin aber nochmals 24 Std. am Rande der Schlucht; es drängt mich, nochmals von den vergangenen Ereignissen erzählen, aus denen sich meine Faszination dieser Gegend, resp. der geologischen Zeit speist. Dazu nochmals diese Grafik:

Die Kalksteinschicht (blau, genannt Kaibab Limestone) auf der ich am Rande der Schlucht, auf 2100 MüM stehe, wurde vor ca. 250 Mio. Jahren in einem flachen Meer abgelagert – ja echt. Sie ist voll von Fossilien kleiner Lebewesen, welche am Grund dieses Meeres lebten. Und, es kommt noch wilder: dieses Gebiet lag damals in der Nähe des Äquators.
The Kaibab Limestone was deposited as organic carbonate fossil fragments, sand grains, and mud 260 million years ago in a shallow, quiet ocean.
Nun also, mal auf Meereshöhe und nun auf 2100 MüM – wie ist das zu verstehen?
Im Zusammenhang auch mit der Aufstülpung der Rocky Mountains wurde die ganze Gegend hier (das sog. Colorado Plateau) um mehr als 2000 M gehoben. In einem Buch steht:
The Colorado Plateau began to rise about ten million years ago and the fat, lazy rivers that flowed on it began cutting down, exposing the bowels of geologic history.
It was quick. The Colorado Plateau made its major surge ten million years ago, uplifting the entire region, forcing rivers to quickly get about their business. The Grand Canyon, Glen Canyon, and Canyonlands were all given their incentive in that push. And what is seen from here is only about five million years‘ worth of erosion.
Dies alles nur annähernd zu begreifen, zu erahnen, die Tiefe der Zeit ein wenig ins Gefühl zu bekommen, kann für interessierte Laien immer nur ein Versuch bleiben – ich versuche es. Komme mir aber angesichts der Dimensionen deshalb nicht insignifikant oder klein vor, sondern ziehe den Hut vor all den Tausenden von Geologen, Wissenschaftlern diverser Fakultäten, die all dies in mühevoller Detektivarbeit entschlüsselt haben.
So hat die Erde, haben die Kontinente, vor 250 Mio. Jahren ausgesehen – das war die Zeit des Superkontinents genannt Pangea.

Die heutigen Kontinente waren damals etwa so angeordnet:

Nun genug davon, werde heute noch ein allerletztes Mal entlang der Schlucht laufen und bei Sonnentergang versuchen, eine Zeitraffer Aufnahme zu machen. Heute früh schlug der Versuch fehl, da eine grosse Wolke sich vor die aufgehende Sonne schob.